Blogs zum Hören

Vermutlich bin ich 1000 Jahre zu spät und habe den Hype verpasst, aber ich habe ein neues Hobby. Podcasts! In diesem Fall nicht selber machen, sondern hauptsächlich hören. Angefangen hat das Ganze mit Folge 30 von Alternativlos, die ich vor einiger Zeit mal empfohlen bekommen habe, damals noch als Direkt-Download ohne Feed. Darin ging es um SIGINT, Kryptographie und die Crypto Wars. Nerd-Themen, gegenseitiges Getrolle und zynische Kommentare reichen ja eigentlich schon, um mich zu begeistern. Was mich aber dann restlos überzeugt hat, sind die ziemlich symphatischen „Moderatoren“, die auf der einen Seite sehr professionell arbeiten, auf der anderen Seite aber auf herrliche Art und Weise Unwissen mit Wikipedia und Google überdecken. So entstehen Diskussionen und Unterhaltungen, die mein Freundeskreis theoretisch genauso führt. Schnell bei Wikipedia nachgeschlagen und schon ist man Experte.

Was mich grundsätzlich bei Podcasts fasziniert, gilt genauso für Blogs. Die Befreiung von institutionellen Medien (die natürlich nicht uneingeschränkt gilt, aber dazu später mehr) und der Entwicklung von alternativen Verbreitungskanälen. Jeder wird irgendwie zum Sender und konsumiert wird das, was einen interessiert und womit man sich identifizieren kann. Der Unterschied zu einem einfachen Blog bei WordPress, blogger oder tumblr ist aber ein ganz entscheidender: Die Einstiegshürde ist vergleichsweise hoch, in der Produktion, aber auch im Konsum. Man benötigt nicht nur den Computer um einigermaßen professionell zu wirken, sondern wenigstens ein Mikrofon und ein Schneideprogramm. Das macht Podcasts anspruchsvoller in der Produktion. Im Konsum benötigt man einfach Zeit. Die Alternativlosfolgen sind im Durchschnitt 2,5 Stunden lang und die Zeit muss man erstmal aufbringen, während man einen Blogpost auch einfach überfliegen kann. Ich höre Podcasts meist beim Fahrradfahren oder in der Bahn. Da habe ich sowieso nichts besseres zu tun, als meinen Handyakku zu überfordern.

Neben den (halb-)privaten Podcasts gibt es auch fast jede Radioshow der öffentlich-rechtlichen als download- oder abonierbaren Podcast. Hier fällt der individuelle Teil natürlich weg, aber die Qualität der Reportagen entschädigt dafür. Das ARD radiofeature und Hintergrund vom Deutschlandfunk sind gut recherchiert und haben durchweg interessante Themen.

Zusammengefasst: Im Moment höre ich mehr Podcasts als Musik und hab auch noch Spaß dabei.

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