Meine Medienwoche (2)

Da macht man einmal die Augen zu und schon ist die Woche wieder vorbei. Hier also meine Linktipps der Woche. Die Nachrichten werden von neuen Enthüllungen im PRISM-Skandal dominiert. Edward Snowden hat für ein Jahr Asyl in Russland bekommen und XKeyscore schneidet fast den gesamten Internetverkehr mit. Auch die Bundesregierung nutzt die Erkenntnisse, die dadurch gewonnen werden. Leider scheint das in Deutschland immer noch niemanden wirklich zu stören. Vermutlich muss erst die Filmindustrie die Herausgabe der Daten fordern, damit die Menschen auf die Straße gehen.

Pornofilter in Großbritannien:
In England setzt man noch auf echte Werte! Deshalb will man jetzt einen standardmäßig eingebauten Pornofilter in jeden Internetanschluss integrieren. Mal abgesehen davon, dass damit hochgradig in die Freiheit der Menschen eingegriffen wird, erschließt sich mir bei bestem Willen der Sinn dahinter nicht. Im Kontext der Entwicklung des Internets fragt man sich, ob eventuell bald das Ende des gewohnten Internets droht.

PRISM und die Prophezeiungen des Assange
Richard Gutjahr vom BR hat vor einiger Zeit Julian Assange interviewt, dessen Antworten heute wie Hohn wirken. Als ob er es die ganze Zeit gewusst hätte. Gutjahr hat ein weiteres sehr gutes Interview zum selben Thema mit dem israelischen Journalisten Ronen Bergman geführt, der eine klare Einschätzung zur Arbeit der Geheimdienste bietet.

Springer verkauft seine Seele (schon wieder):
Da ging schon ein eher großer Schluckauf durch die Medienwelt. Der Springer-Verlag hat für 920 Millionen Euro seine Regionalzeitungen, Programm- und Frauenzeitschriften verkauft. Dieses Schnäppchen konnte sich die Funke-Gruppe (ehemals WAZ) nicht entgehen lassen und schlug zu. Unter anderem gehören jetzt Bild der Frau, Hörzu, das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost zu dem Riesenverlag. In vielen Redaktionen rechnet man bereits jetzt mit massiven Kürzungen und Kündigungen. Thomas Knüwer beleuchtet in seinem Beitrag die Hintergründe zu dem Deal, bei dem Springer selber ganz gut mitverdienen wird und als kleine Motivation gleich einen Teil der Kredite für den Kauf gegeben hat. Einen anderen Blickwinkel hat Christian Jakubetz, der den angeblichen Seelenverkauf ablehnt, den die Medien hinter dem Deal sehen.

Digitales Quartett #40: Die Zukunft der Arbeit:
Am Montag gab es natürlich auch ein neues Digitales Quartett, nachdem hitzebedingt in der vorherigen Woche pausiert wurde. Diesmal ging es um die Zukunft der Arbeit. Diskutiert wurde mit Igor Schwarzmann von ThirdwaveBerlin und Theresa Bücker, Referentin für Digitales bei der SPD. Interessant war es, wie über den mobilen Schreibtisch und den Hausarbeiter gerätselt wurde. Das iPad immer dabei und Arbeitszeiten hören so richtig auch nie auf. Schade fand ich allerdings, dass man die Filterblase doch sehr stark gemerkt hat. Die angesprochenen Phänomene gelten fast nur für Menschen, die in den Medien arbeiten oder Wissen verwerten.

Spiegel: Reich und geizig?
Im neuen Spiegel, der am 5.8 erscheint, gibt es eine Debatte zur Zukunft der Tageszeitung. Dafür gab es anscheinend nicht genügend Autoren im eigenen Haus, weswegen man auf freie Journalisten zurückgreifen wollte. So weit so legitim. Man schrieb also verschiedene Autoren an. Unter anderem auch Daniel Bröckerhoff. Leider wolle man ihm dann doch lieber nichts zahlen. Es sei schließlich ein Debattenbeitrag. Bröckhoff hat das Ganze dann gebloggt und über Twitter verteilt. Es gab eine mittelschwere Diskussion und TADA, auf einmal zahlt der Spiegel trotzdem. Eine amüsante Story mit fadem Beigeschmack.

2 Gedanken zu „Meine Medienwoche (2)

  1. Schon erstaunlich, dass einige wenige Zugriff auf so ziemlich alle Daten eines Internetnutzers haben und es doch keinen interessiert.

    Grüße

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