Ein Text übers Scheitern

Ich bin gescheitert. An einem Text. Eigentlich kein Problem, denn wer hat nicht schon mal etwas versiebt. Trotzdem wurmt mich das Ganze. Mein erster Essay-artiger Text sollte besser sein, vor allen Dingen da es um mein Lieblingsthema „Internet“ ging. (Für Interessierte ist der Text in der neuen Akrützel zu finden.) Unkonkret, zu sehr in meinem Kopf und total abstrakt soll er sein. Ich könnte hier natürlich ausschweifend erklären, warum ich die Kritik so nicht teile, aber das ist vollkommener Schwachsinn. Ich will hauptsächlich für andere schreiben, nicht nur für mich. Und wenn andere meine Texte scheiße finden, dann ist der Sinn des Textes irgendwie verfehlt. Aber vielleicht muss ich damit leben. Es kann nicht jeder meine Texte toll finden (was nebenbei gesagt auch noch nie der Fall war). Und sowieso, jeder (Möchtegern-)Journalist hat mindestens einen Text in der Schublade, den er lieber nie wieder sehen will. Warum ich mich deswegen so fertig mache? Kritik nagt immer an einem, denn dann habe ich fast immer etwas falsch gemacht. Deswegen sollte das Motto sein, unter dem ich schreibe: Aufstehen, kurz schütteln und weitermachen. Scheitern gehört ja auch immer zum Lernen dazu. Immerhin schreibe ich ja beim Akrützel auch, weil ich die Kritik will. Meine Texte sind eher selten druckreif geschrieben und zu Beginn häufig durcheinander. Deswegen lautet ja der häufigste Ratschlag für Journalismusanfänger auch: Schreiben, schreiben, schreiben!!! Immerhin ist Journalismus ja auch irgendwie ein Handwerk, dass gelernt werden muss.

3 Gedanken zu „Ein Text übers Scheitern

  1. ich kann dir nur einen rat geben, der ebenfalls banal klingt, aber gut gemeint ist: schreib interessant und unerwartbar. das meiste, was ich hier gelesen habe, ist absolut austauschbar. fokussier dich besser, suche dir wirklich interessante themen (lieblingsthema „internet“ – ist das dein ernst? wir sind seit einigen jahren darüber hinaus, das als EIN thema zu betrachten.) du kannst weiterhin schreiben schreiben schreiben und dich handwerklich – also sprachlich – trainieren, aber du musst themen finden, die tatsächlich relevant sind oder zumindest auf einmalals solches erscheinen, und nicht sofort in eine klischeefalle tappen. dafür braucht es leseerfahrung und kommunikation.

    • Hallo Rüdiger,
      zuerst einmal danke ich dir die Kritik. Mir ist klar, dass meine Texte austauschbar sind, aber 1. fehlt mir defintiv das Talent, um beispielsweise ein neuer Stefan Niggemeier zu sein und 2. ist das auch nur teilweise die Intention meiner Texte. Trotzdem hast du natürlich Recht: Mein Blog enthält keine Meisterwerke und sind bestenfalls für meine engeren Freunde interessant. Gleichzeitig spiegeln meine Texte aber auch nur mich wieder, der seine Meinungen auch nur aus den gegebenen Informationen bildet.
      Bei der Themenwahl kann ich dir nur bedingt Recht geben. Angedacht war der Blog eher als Wegbegleitung für meinen „Karrierewunsch“ Journalist und eigentlich alle Themen behandeln, die mich in diesem Zeitraum interessieren oder irgendwie relevant erscheinen. „Internet“ als Thema zu wählen, ist auf den ersten Blick natürlich vollkommener Schwachsinn, ist aber in meinem näheren Umfeld tatsächlich eher eine Seltenheit.
      Was genau meinst du eigentlich mit Klischeefalle? Die des jungen IWM-Typen?
      Ich danke dir für den Rat.

      • hallo tarek,
        mir fallen zuwenige klischees zu IWM-typen ein, insofern sind mir diese völlig egal. Was ich meine ist, wenn du ein blog eröffnest, dann möchtest du gelesen werden. das ist völlig ok und ich verstehe auch den trainingsaspekt dahinter. aber dann schreibst du eben für ein publikum, wie du richtig sagst. (wenn das nur für deine freunde ist, gut, dann hab ich mich geirrt. ich weiß auch nicht mehr, wie ich hierher geraten bin.) mit klischeefalle meine ich, das dieser text da oben (und nicht nur der) voller redundanzen steckt: „kritik schmerzt“, „kritik ist aber toll, weil es einen weiterbringt“, „texte kann nicht jeder gut finden“, „aufstehen, kurz schütteln, weitermachen“ – alles sachen die ich schon tausendmal irgendwo gelesen hab. nach dem lesen frag ich mich also erstmal, warum ich das überhaupt lesen soll. außerdem schreibst du über einen text, der hier nicht zufinden ist, und was tatsächlich schief gelaufen ist, das findet man auch nirgends. du schreibst also darüber, dass du einen für den leser unbekannten text verhauen hast und sagst nichtmal, was die kritikpunkte am text waren.
        klar muss man sich nicht an einem solchen punkt aufhängen, aber ich habe auf der akrützelseite einen text von dir gefunden über die „zombie-apokalypse“, der auch langweilig war, weil über dieses thema in letzter zeit soviel geschrieben wurde, dass man sich da eher ein müdes lachen rausquält.
        ich kann dir nur wieder raten: suche dir themen zum schreiben, die für dich neu sind, wo du dich reinarbeiten musst, in deren recherchezusammenhang auch du etwas neues erfährst. gut zum üben sind auch themen, die vielleicht alltäglich sind, und gewinnen ihnen neue seiten ab, die tatsächlich auch den leser überraschen. mit talent hat das erstmal nichts zu tun, sondern mit neugier. niggemeier hat sich mit einer guten idee ein feld bestellt, was er solide beackert. er hat eine nische für sich gefunden. mit talent oder nicht hat das nichts zu tun.
        und wenn du journalist werden willst, dann kannst du nicht von anfang an sagen, dass du kein oder wenig talent hast, denn ich glaube nicht, dass du so denkst. wenn du allerdings tatsächlich dieser meinung bist, dann überleg dir besser ein anderes berufsziel. du sagst es selbst: schreiben ist ein handwerk, man kann es lernen (klar eine veranlagung muss da sein, aber die sehe ich bei dir durchaus), aber das wichtigste ist es, die profession zu haben, neugierig zu sein – und zwar für dich und für deine potentiellen leser. denn die wollen selbst jedes mal etwas entdecken, wenn sie lesen, und nicht gelangweilt werden.
        viel erfolg!

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