Meine Medienwoche (5)

Von Veranstaltungen zu twittern, kann anstrengend sein. Wenn es sich dann noch um eine StuRa-Sitzung handelt, kann sich das ganze auch mal zu einer mittelschweren Depression auswachsen. Ich habe das bei der letzten Sitzung mal ausprobiert, weil ich das Konzept eigentlich sehr schön finde. Was dabei rausgekommen ist, hat mich aufs Neue schockiert. Wie da mit dem Geld der Studenten und Studentinnen umgegangen wird und persönliche Konflikte ausgetragen werden, ist leider nicht mal auf den ersten Blick lustig.
Außerdem war gestern das langerwartete Kanzler-Duell. Wenn man den Statistiken glauben darf, war das eher ein Kanzler- und (Vieleicht-)Vizeduell. Das war dann auch mein Eindruck der Diskussion, auch wenn Steinbrück dem natürlich vehement widersprochen hat.
Eine kurze Woche war es und deswegen gibt es diesmal auch weniger Links der Woche:

Journalismus in Krisengebieten und die Ethik
Ich habe Jörg Armbruster, kurz nachdem er in Syrien angeschossen worden ist, bei Anne Will gesehen. Damals berichtete er ziemlich eindringlich über die Zustände im Land und warum er die Gefahren auf sich nahm und Medikamente in umkämpfte Regionen brachte. In einem Interview mit der taz hat er diese Gründe noch mal aufgeführt und mit der Journalistischen Ethik der Neutralität verbunden.

Ist Obama des Mordes an 3000 Menschen schuldig?
Das wirft der Rechtsanwalt Thomas Stadler dem Friedensnobelpreisträger Barack Obama vor. Durch seine Drohnenangriffe würden den Menschen jegliche rechtstaatliche Verhandlung verweigert. Da eigentlich für jeden Menschen die Unschuldsvermutung gilt, also jeder solange unschuldig ist, bis seine Schuld bewiesen ist, sind die Drohnenangriffe nicht zu rechtfertigen. Die Angriffe sind seiner Meinung nach ein Zeichen für den stetigen Rückgang des Rechtstaates bis hin zu einem mittelalterlichen Überwachungsstaat.

Deutschland deine Wahlwerbespots:
Wahlwerbespots gehen ja von lustig bis extrem WTF-lastig. Rayk Anders hat sich in folgendem Video mal die Mühe gemacht, den Wahlwerbespot der CDU Stück für Stück auseinander zu nehmen. Vieles davon hat sie übrigens auch eins zu eins in ihrem Schlusswort des TV-Duells gesagt. „Gute Nacht Deutschland“

Angriff auf den investigativen Journalismus
Der Überwachungsstaat hat etwas gegen investigativen Journalismus. Eigentlich sollte der Staat diesen ja fördern. Tut er natürlich nicht. Im Gegenteil: Jay Rosen vertritt die Meinung, dass er mit der zunehmenden Überwachung und anderen repressiven Maßnahmen diesen viel mehr hemmt. Schwieriger, härter und langsamer soll er sein. Und er vergleicht das Vorgehen mit dem gegen Terrorzellen. Da die nur noch auf sehr langsame Übermittlung von Nachrichten und Informationen zurückgreifen können, sind sie deutlich weniger gefährlich. Das könnte auch dem Journalismus drohen.

6 Monate Freiheit
Zum Abschluss mal was entspannendes: Einfach mal abhauen und durch die Weltgeschichte reisen. Menschen und Länder kennenlernen. Ein Traum für viele Menschen. Zwei Junge Menschen aus den USA haben das jetzt durchgezogen. Herausgekommen ist ein Tumblr-Blog und eine Doku. Fotos und Video sind