Meine Medienwoche (5)

Von Veranstaltungen zu twittern, kann anstrengend sein. Wenn es sich dann noch um eine StuRa-Sitzung handelt, kann sich das ganze auch mal zu einer mittelschweren Depression auswachsen. Ich habe das bei der letzten Sitzung mal ausprobiert, weil ich das Konzept eigentlich sehr schön finde. Was dabei rausgekommen ist, hat mich aufs Neue schockiert. Wie da mit dem Geld der Studenten und Studentinnen umgegangen wird und persönliche Konflikte ausgetragen werden, ist leider nicht mal auf den ersten Blick lustig.
Außerdem war gestern das langerwartete Kanzler-Duell. Wenn man den Statistiken glauben darf, war das eher ein Kanzler- und (Vieleicht-)Vizeduell. Das war dann auch mein Eindruck der Diskussion, auch wenn Steinbrück dem natürlich vehement widersprochen hat.
Eine kurze Woche war es und deswegen gibt es diesmal auch weniger Links der Woche:

Journalismus in Krisengebieten und die Ethik
Ich habe Jörg Armbruster, kurz nachdem er in Syrien angeschossen worden ist, bei Anne Will gesehen. Damals berichtete er ziemlich eindringlich über die Zustände im Land und warum er die Gefahren auf sich nahm und Medikamente in umkämpfte Regionen brachte. In einem Interview mit der taz hat er diese Gründe noch mal aufgeführt und mit der Journalistischen Ethik der Neutralität verbunden.

Ist Obama des Mordes an 3000 Menschen schuldig?
Das wirft der Rechtsanwalt Thomas Stadler dem Friedensnobelpreisträger Barack Obama vor. Durch seine Drohnenangriffe würden den Menschen jegliche rechtstaatliche Verhandlung verweigert. Da eigentlich für jeden Menschen die Unschuldsvermutung gilt, also jeder solange unschuldig ist, bis seine Schuld bewiesen ist, sind die Drohnenangriffe nicht zu rechtfertigen. Die Angriffe sind seiner Meinung nach ein Zeichen für den stetigen Rückgang des Rechtstaates bis hin zu einem mittelalterlichen Überwachungsstaat.

Deutschland deine Wahlwerbespots:
Wahlwerbespots gehen ja von lustig bis extrem WTF-lastig. Rayk Anders hat sich in folgendem Video mal die Mühe gemacht, den Wahlwerbespot der CDU Stück für Stück auseinander zu nehmen. Vieles davon hat sie übrigens auch eins zu eins in ihrem Schlusswort des TV-Duells gesagt. „Gute Nacht Deutschland“

Angriff auf den investigativen Journalismus
Der Überwachungsstaat hat etwas gegen investigativen Journalismus. Eigentlich sollte der Staat diesen ja fördern. Tut er natürlich nicht. Im Gegenteil: Jay Rosen vertritt die Meinung, dass er mit der zunehmenden Überwachung und anderen repressiven Maßnahmen diesen viel mehr hemmt. Schwieriger, härter und langsamer soll er sein. Und er vergleicht das Vorgehen mit dem gegen Terrorzellen. Da die nur noch auf sehr langsame Übermittlung von Nachrichten und Informationen zurückgreifen können, sind sie deutlich weniger gefährlich. Das könnte auch dem Journalismus drohen.

6 Monate Freiheit
Zum Abschluss mal was entspannendes: Einfach mal abhauen und durch die Weltgeschichte reisen. Menschen und Länder kennenlernen. Ein Traum für viele Menschen. Zwei Junge Menschen aus den USA haben das jetzt durchgezogen. Herausgekommen ist ein Tumblr-Blog und eine Doku. Fotos und Video sind

Meine Medienwoche (4)

Wut ist eine großartige Emotion. Sie ist meist so stark, dass Hemmungen schneller fallengelassen werden. Dadurch wirkt alles irgendwie ehrlicher und spontaner. Wut ist aber auch eine eher destruktive Emotion. Trotzdem habe ich letzte Woche nichts als Wut empfunden. Wut auf die Nazis, die in Berlin-Hellersdorf vor dem neuen Asylbewerberheim demonstriert haben. Wut auf die Anwohner, die mit größtmöglicher Dummheit überzeugen, wenn sie fragen: „Und wer beschützt uns?“ (vor den Asylbewerbern. A.d.A) 
Gleich am nächsten Tag konnte ich dann einem ähnlich dämlichen Ausdruck der menschlichen Intoleranz beiwohnen: Da wurde ein Zeitungsartikel kommentiert, in dem über die 5000 von Deutschland aufgenommenen syrischen Flüchtlinge berichtet worden ist. Das reiche ja wohl auch! Müsse ja nicht sein. Auf meinen Einwand, dass das nicht besonders viele seien, wurde nur mit einem Achselzucken und „Ansichtssache“ geantwortet. Spontan hatte ich ziemlich Lust, irgendetwas kaputt zu schlagen. Die Wut hatte seine destruktive Seite gezeigt. Ich konnte mich zurückhalten und deswegen gibt es jetzt hier die Links der Woche:

Pressefreiheit ade?
Der britische Geheimdienst hat in einer übertrieben unnötigen Aktion die Zerstörung von Redaktionscomputern des Guardian veranlasst, auf denen Daten des Whistleblowers Snowden gewesen sein sollen. „Total freiwillig“ hat sich die Redaktion zu dieser Aktion entschlossen. Das von den geleakten Dateien natürlich Sicherheitskopien vorhanden sind, ist dem Geheimdienst sicher klar. Die Symbolik dahinter ist aber viel tiefgreifender: „Wir sind der GCHQ, wir scheißen auf deine Pressefreiheit“

Gewalt gegen Polizei nimmt zu
Das Gewaltmonopol liegt beim Staat und seinen ausführenden Organen. Wer einen Polizisten schlägt, macht sich strafbar. Uns wird ja auch immer eingebläut, bloß Respekt vor den Männern in Grün (inzwischen Blau) zu haben. Udo Vetter nimmt in seinem Beitrag mal die Argumente auseinander, warum Gewalt gegen Polizei zu nimmt und fast das breite Spektrum auf eine gemeinsame Botschaft zusammen: Respekt muss man sich verdienen.

Die Polizei darf deine SMS lesen
Das Thema gab es ja schonmal. Trotz Versicherung, das eben nicht zu tun, haben Polizisten im Handy rumgeschnüffelt. Das ganze bleibt jetzt wohl ohne Folgen: Der Polizist hat sich nicht strafbar gemacht und auch wenn das nicht korrekt war, ist es doch irgendwie in Ordnung. Der Polizist wird so weiter machen können. Schade eigentlich.

„Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“
Man ist von der BILD ja einiges gewohnt. Jetzt haben die es einmal geschafft, den richtigen Ton zu treffen: Sie schämen sich für den Nazi, der in Berlin die Flüchtlinge mit dem Hitlergruß empfing. Das konnten viele BILD-Leser aber nicht auf sich sitzen lassen: Sie schämen sich nicht. Im Gegenteil! Da werden die rechten Intelligenzbestien ganz wuschig und müssen protestieren. Immerhin sind 60 Jahre ja auch langsam mal genug geschämt. Auf Facebook zeigt sich das ganze Elend der rechten Dummheit und auf Kraftfuttermischwerk gibt es ein Best-of Nazi-Idioten.

Die taz redet nicht gerne schlecht über die Grünen
taz-Chefredakteurin Ines Pohl verhindert einen Artikel von Christian Füller. In diesem sollte er sich kritisch und zugespitzt mit den Vorwürfen der Pädophilie in der Vergangenheit der Grünen auseinandersetzen. Hat er getan. Spoiler: Die Grünen kommen nicht besonders gut dabei weg. Dass der Artikel doch nicht erschienen ist, ist Ines Pohl zu verdanken. Stefan Niggemeier ist doch irgendwie an den Artikel gekommen und nimmt das ganze Theater um den Text auseinander. Außerdem gibt es eine Erklärung von Christian Füller auf seinem Blog.

Meine Medienwoche (3)

Leider eine Woche zu spät, da ich unterwegs war. In der Zwischenzeit hat sich die Welt weitergedreht. Die NSA späht immer noch massiv unsere Daten aus und der Wahlkampf hat sich intensiviert. Hier also die Links der Woche:

Google macht auf Wahlen
Man kann über Google sagen, was man will. Aber mit dieser Unterseite hat Google eine gute Sache gestartet. Eine Übersicht über alle möglichen Diskussionen, Hangouts, News und Videos im Internet. Die etablierten Online-Auftritte der Zeitungen könnten sich meiner Meinung nach eine große Scheibe davon abschneiden.

NSA auf der Suche nach Drogen
Vorletzte Woche habe ich ja schon geschrieben, dass die Leute den Überwachungsskandal erst wahrnehmen, wenn es sie persönlich betrifft. Jetzt ist rausgekommen, dass die erhobenen Daten anscheinend eben nicht nur zur Terrorabwehr genutzt werden. Leider ist die Meldung irgendwie nicht besonders weit verbreitet worden. Schade drum. Dazu auch noch Richard Gutjahr im Gespräch mit einem Mossad-Experten.

Wahlkampf der SPD ist wurstig
Ich steh ja auf lustiges SPD-Gebashe im Netz. Einfach weil die altehrwürdige Arbeiterpartei es immer wieder schafft, jedes Fettnäpfchen mitzunehmen, in dessen Nähe sie auch nur kommt. Wenn es dann noch von einem Parteimitglied stammt, ist es am besten! Yasmina Banaszczuk echauffiert sich hier über Peer Steinbrück und sein Schnitzelabend mit BILD-Mann Kai Diekmann.

Ich bin kein Feminist, aber…
Ganz ehrlich: Dieser Text hat mich getroffen. Da fühlt man sich schon fast schlecht als Mann. Zoë Beck erzählt von ihren Erfahrungen mit Männern. Nicht auf eine „Männer sind doch sowieso alle scheiße“-Art. Einfach nur kurze Geschichten. Genau diese alltäglichen Sachen erschrecken mich so. Ich wünsche keiner Frau eine solche Behandlung.

Raus auf die Straße!
Hannah Beitzer analysiert hier die Jugend Deutschlands und warum sie einfach nicht protestieren geht, wie in anderen Ländern der Welt. Sie macht das recht gut und ich erkenne mich irgendwie wieder. Wir haben keine Zeit mehr, um uns über zu viele Probleme aufzuregen, und zu viele Wege, unseren Zorn auszudrücken. Und deswegen schaffen wir es nicht mehr, irgendetwas gemeinsam zu fordern.

Deutschland und die Sozialen Medien
Deutschland kann es einfach nicht. Wir wollen zu den führenden Industrienationen gehören und der Hochtechnologiestandort schlechthin sein, hängen aber, was Soziale Medien angeht, mindestens zehn Jahre hinterher. Phillip Steuers Text beleuchtet diese Schwäche ziemlich gut, bietet aber wenigstens auch Lösungen an.

Meine Medienwoche (2)

Da macht man einmal die Augen zu und schon ist die Woche wieder vorbei. Hier also meine Linktipps der Woche. Die Nachrichten werden von neuen Enthüllungen im PRISM-Skandal dominiert. Edward Snowden hat für ein Jahr Asyl in Russland bekommen und XKeyscore schneidet fast den gesamten Internetverkehr mit. Auch die Bundesregierung nutzt die Erkenntnisse, die dadurch gewonnen werden. Leider scheint das in Deutschland immer noch niemanden wirklich zu stören. Vermutlich muss erst die Filmindustrie die Herausgabe der Daten fordern, damit die Menschen auf die Straße gehen.

Pornofilter in Großbritannien:
In England setzt man noch auf echte Werte! Deshalb will man jetzt einen standardmäßig eingebauten Pornofilter in jeden Internetanschluss integrieren. Mal abgesehen davon, dass damit hochgradig in die Freiheit der Menschen eingegriffen wird, erschließt sich mir bei bestem Willen der Sinn dahinter nicht. Im Kontext der Entwicklung des Internets fragt man sich, ob eventuell bald das Ende des gewohnten Internets droht.

PRISM und die Prophezeiungen des Assange
Richard Gutjahr vom BR hat vor einiger Zeit Julian Assange interviewt, dessen Antworten heute wie Hohn wirken. Als ob er es die ganze Zeit gewusst hätte. Gutjahr hat ein weiteres sehr gutes Interview zum selben Thema mit dem israelischen Journalisten Ronen Bergman geführt, der eine klare Einschätzung zur Arbeit der Geheimdienste bietet.

Springer verkauft seine Seele (schon wieder):
Da ging schon ein eher großer Schluckauf durch die Medienwelt. Der Springer-Verlag hat für 920 Millionen Euro seine Regionalzeitungen, Programm- und Frauenzeitschriften verkauft. Dieses Schnäppchen konnte sich die Funke-Gruppe (ehemals WAZ) nicht entgehen lassen und schlug zu. Unter anderem gehören jetzt Bild der Frau, Hörzu, das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost zu dem Riesenverlag. In vielen Redaktionen rechnet man bereits jetzt mit massiven Kürzungen und Kündigungen. Thomas Knüwer beleuchtet in seinem Beitrag die Hintergründe zu dem Deal, bei dem Springer selber ganz gut mitverdienen wird und als kleine Motivation gleich einen Teil der Kredite für den Kauf gegeben hat. Einen anderen Blickwinkel hat Christian Jakubetz, der den angeblichen Seelenverkauf ablehnt, den die Medien hinter dem Deal sehen.

Digitales Quartett #40: Die Zukunft der Arbeit:
Am Montag gab es natürlich auch ein neues Digitales Quartett, nachdem hitzebedingt in der vorherigen Woche pausiert wurde. Diesmal ging es um die Zukunft der Arbeit. Diskutiert wurde mit Igor Schwarzmann von ThirdwaveBerlin und Theresa Bücker, Referentin für Digitales bei der SPD. Interessant war es, wie über den mobilen Schreibtisch und den Hausarbeiter gerätselt wurde. Das iPad immer dabei und Arbeitszeiten hören so richtig auch nie auf. Schade fand ich allerdings, dass man die Filterblase doch sehr stark gemerkt hat. Die angesprochenen Phänomene gelten fast nur für Menschen, die in den Medien arbeiten oder Wissen verwerten.

Spiegel: Reich und geizig?
Im neuen Spiegel, der am 5.8 erscheint, gibt es eine Debatte zur Zukunft der Tageszeitung. Dafür gab es anscheinend nicht genügend Autoren im eigenen Haus, weswegen man auf freie Journalisten zurückgreifen wollte. So weit so legitim. Man schrieb also verschiedene Autoren an. Unter anderem auch Daniel Bröckerhoff. Leider wolle man ihm dann doch lieber nichts zahlen. Es sei schließlich ein Debattenbeitrag. Bröckhoff hat das Ganze dann gebloggt und über Twitter verteilt. Es gab eine mittelschwere Diskussion und TADA, auf einmal zahlt der Spiegel trotzdem. Eine amüsante Story mit fadem Beigeschmack.

Meine Medienwoche (1)

Eine Woche vergeht schneller als man denkt. Trotzdem konsumiere ich in diesen 7 Tagen unglaublich viele Medien. Blogeinträge, Tweets, Zeitungsartikel (online und offline) sind nur ein Teil davon. Ich entdecke zahlreiche neue Blogs und folge auf Twitter immer mehr Menschen. In dieser Reihe möchte ich jeden Sonntag kurz alles vorstellen, was ich in der Woche gelesen hab und relevant genug ist, um es hier noch mal vorzustellen.

Deadline:
Das Blog Deadline ist ja auch schon in meinem Blogroll zu finden. Der aktuellste Beitrag ist ein Wolf Schneiderisches Stück Text. Die Ermordung des Liebgewonnenen könnte man den Rat auch nennen. Erster Rat: Einfache Sätze! Nicht besonders kreativ, aber immer noch der beste Rat, dem man Schreiberlingen geben kann. Der Rest der Ratschläge ist ähnlich gehalten, dabei aber so angenehm geschrieben, dass sie sich quasi selber bestätigen.

Presserecht:
Das deutsche Recht ist voller Fallstricke. Große, kleine und ziemlich dumme. Für Blogger und Journalisten gilt das genauso. Zwar gibt es viele Fachbücher und sicher noch mehr Webseiten, in der letzten Woche fand ich aber diesen Text, der mich durch Übersichtlichkeit beeindrucken konnte.

Polizeigewalt:
Das Handy eines Abgeordneten des Berliner Parlaments wird durchsucht. Dabei werden entgegen aller Versprechungen auch die Telefon- und Nachrichten Apps aufgerufen. Dabei ging es nur um eine einfach Abfrage der IMEI (Seriennummer des Mobiltelefons). Besonderes Vertrauen kann man nach vielen Berichten häufig nicht mehr mit unserer Polizei haben. Man kann nur hoffen, dass das juristische Nachspiel Wirkung zeigt. Trotzdem sollte man dem Rat folgen und bis auf die Feststellung der Personalien weitere Auskünfte verweigern.

Volontariate:
Was verdiene ich in einem Volontariat überhaupt? Und was wird wo gefordert? Meedia beantwortet in dieser Reihe die spannende Frage nach Volontariaten in verschiedenen deutschen Redaktionen. Teil 1 befasst sich mit den Print-Volontariaten. Teil 2 nimmt sich die Magazin-Branche vor und der letzte Teil die Ausbildung bei TV-Sendern. Eins ist mir jetzt klar: Springer wird es wohl immer noch nicht werden.

Thema der Woche: 
PRISM, Tempora, Überwachungsstaat: Es fällt schwer, den riesigen Themenkomplex Totalüberwachung klar zu machen. Am Samstag waren in ganz Deutschland Demonstrationen mit ungefähr 10.000 Teilnehmern. Wie die Regierung im Speziellen und die Politik im Allgemeinen da reagiert ist beschämend. Aber irgendwie finde ich es auch schade, dass quasi keine Reaktion in der breiten Masse der Bevölkerung vorhanden ist.

Sascha Lobo konnte das in einem einzigen Tweet ziemlich gut zusammenfassen:

 

Re:publica re:view

Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, dass ich auf der Re:publica war. Deswegen gibt es hier jetzt mal einen kleinen Rückblick mit den für mich interessantesten Sessions. Glücklicherweise gibt es die komplette Re:publica zum Nachschauen auf Youtube.

Die Geschichte des Computers:

Horst Zuse ist der Sohn des Computererfinders Konrad Zuse und erklärt die Erfindung seines Vaters. Gespickt mit vielen kleinen Anekdoten aus der Zeit der Entwicklung der ersten Computer, wird hier die Geschichte des ersten Computers schön dargestellt. Am schönsten fand ich, dass Konrad Zuse mit den späteren Computern wohl gar nicht mehr so richtig warm wurde.

Netzkultur vs Urheberrecht

Am Anfang stand das Kuchenbild. Einer Schlange täuschend ähnlich sah der Kuchen aus und wurde in allen sozialen Netzwerken herumgereicht. Nachdem auch einige Blogger das Bild benutzten, bekamen sie recht schnell Post von einer Anwaltskanzlei mit deftigen Abmahngebühren. Die Welten des Urheberrechts und der Netzkultur des Teilens trafen aufeinander. In dieser Session diskutierten unter anderem der Blogger René Walter von nerdcore über den Sinn und Unsinn des aktuellen Urheberrechts.

Netzgemüse: The Kids Are Alright

Zwischendurch mal ein großartiger Rant. Gegen die Alten, die Lehrer und überhaupt gegen das System. Kurz, lustig und meiner Meinung nach ziemlich treffend. Im Stil eines Poetry Slams machen Johnny und Tanja Haeusler, die Organisatoren der Re:publica, Werbung für eine aufgeklärte Internetjugend.

Analoges Digitales Quartett

Überraschenderweise dann doch digitaler als gedacht, aber mit selbstgebauten Twitter! Überraschungsgäste und Wer-Bin-Ich Spiel war auch dabei.

Die Digital Natives ziehen in den Krieg

Ein eher ernstes Thema vorgestellt von Thomas Wiegold und Sascha Stoltenow. Der eine ist Blogger und sicherheitspolitischer Journalist, der andere Reserveoffizier der Bundeswehr. Dieses Spannungsverhältnis hat den Vortrag sehr gut und ausgewogen gemacht. Aufgelockert mit einigen Scherzen und Videos, war das insgesamt eine sehr informative Session, bei der ich mich zum Ende sogar durchringen konnte, eine Frage zu stellen. (Vimeo weil Youtube in Deutschland dank GEMA sperrt!)

Sascha Lobo – Überraschungsvortrag II

Wenn der Papst der deutschen Netzwelt spricht, dann ist die Halle meistens ziemlich voll. Und so war es auch diesmal. Überfüllt geradezu. Diesmal hat er uns keine Absolution erteilt, sondern angetrieben. „Macht!“ war seine Forderung. Herr Lobo hat natürlich direkt damit angefangen und sein neues Projekt vorgestellt. Reclaim soll uns dabei helfen wieder die Kontrolle über unsere Daten, die wir täglich ins Netz stellen zu bekommen. Natürlich bestand der Vortrag aus gewohnt markigen Sprüchen, teilweise sehr philosophisch. UND KATZENBILDER!


Cat Memes

MEHR KATZENBILDER! Kate Miltner hat ihre Doktorarbeit über Memes geschrieben und forscht seitdem auf diesem Feld. Ihre Session bestand hauptsächlich aus Katzenbildern und trägt diese auch wunderbar sympathisch vor. Mit Wettbewerb zwischen berühmten Cat-Memes. Hauptsächlich aber MEHR KATZENBILDER!

10 Vorschläge um die Welt zu verbessern

Zum Abschluss und um mal etwas Praktisches zu zeigen, dann Felix Schwenzels zehn Vorschläge die Welt besser zu machen! Allesamt vollkommen praktikabel und todernst gemeint!

Alles in allem hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt. Ich werde auf jeden Fall nächstes Jahr wieder hinfahren, ob dann mit Blogger-Ticket oder wieder als Helfer wird sich dann zeigen. So viele Menschen mit so ähnlichen Interessen und Zielen auf einem Haufen zu treffen, ist ziemlich faszinierend.

Am Anfang war re:publica

Wenn an einem Ort mehr MacBooks stehen, als ich zählen kann, die Smartphonedichte unmessbar wird, auf Namensschildern der Twitteraccount steht und Quadrocopter durch die Hallen fliegen, dann ist re:publica!
Hier trifft sich das deutsche Internet. Die einzige Konferenz in Europa auf der „sich das gesamte Spektrum der Digitalen Gesellschaft trifft!“ Manche nennen es einfach die Blogger-Konferenz, aber eigentlich ist es noch ein wenig mehr. Auch Start-Ups und Firmen mit digitalem Schwerpunkt sind hier vertreten. Auf Vorträgen, Workshops und Diskussionen wird alles rund um das Leben im und mit dem Internet behandelt. Und ich bin dabei. Da ich mir aber kein Ticket für 150 € leisten kann, habe ich einmal für knapp 6 Stunden Leuten auf die Handgelenke geschaut und sie nach dem Eintrittsbändchen gefragt. Dadurch konnte ich mir meinen Eintritt verdienen und außerdem jede Menge Menschen beobachten. Menschen, die sich vermutlich noch mehr als ich mit dem Internet beschäftigen. Und ich liebe es.

Eingangshalle

Eingangshalle

Was mir als erstes aufgefallen ist, dass erstaunlich viele Menschen da waren, denen man die digitale Verrücktheit auf den ersten Blick nicht ansieht und schon etwas älter sind. Natürlich auch eine Menge „digital natives“, aber halt nicht nur. Überall sieht man Menschen, die sich unterhalten und wenn man mit einem Ohr zuhört, gehen die meisten Gespräche um Kundenakquisition, neue Technik, die schlechte Zahlungsmoral der Kunden oder um das nächste geplante Projekt. Networking ist das Zauberwort, das immer wieder fällt. Und ich mittendrin. Zuerst ein wenig überwältigt, habe ich mir schnell einen kleinen Überblick verschafft und bin heute Mittag zu meinem ersten Workshop gegangen.
Thema: Sketchnotes. Sketchnotes sind eine Hilfe um Vorträge, Videos oder Gedanken mit Strichbildern oder Piktogrammen zu visualisieren und leicht verständlich zu machen. Ich dachte mir, da könnte ich natürlich was für den Rest der re:publica mitnehmen. Zum Anfang sind uns ein paar Beispiele gezeigt worden, welche Möglichkeiten es gibt Effekte, wie Schatten oder „Geschwindigkeitslinien“ zu verwenden, welche Ordnungen sinnvoll sind und wie man Text einbinden kann. Hier mal ein Beispiel, wie das bei mir aussieht:

Tareks Sketchnotes

An mir ist wirklich kein Künstler verloren gegangen und ehrlich gesagt bin ich etwa skeptisch, wie mir das bei einem Vortrag helfen soll. Aber es wurde uns auch gesagt: Übung macht den Meister und am Ende wird alles gut. Übrigens gehörte ich mit Stift und Papier einer Minderheit an. Die meisten haben ihre Tablets benutzt!

Ein sehr interessantes Zwischenspiel war dann die Geschichte des Computers, erzählt von dem Sohn des Z4-Erfinders Konrad Zuse. Schöne Präsentation und auch lustig erzählt. Anscheinend mochte Konrad Zuse, der aus Blech den ersten Computer der Welt zusammengebaut hat, die späteren PC’s nicht besonders, sie ihn aber auch nicht.

Schließlich hab dann noch ein Vortrag über Mass-Customization von der Zufallsshirt Gründerin Kathrin Passig, über den ich hier jetzt aber nichts weiter schreiben werde, aber deren Idee ich unglaublich lustig finde.

Insgesamt war mein erster Tag re:publica fantastisch. Zwar konnte ich noch nicht so viele Sessions mitnehmen, was aber auch nur halb so schlimm war. Morgen gehts weiter und ich freue mich unglaublich Thomas Knüwer, Ulrike Langer und Daniel Fiene vom digitalen Quartett live auf der Bühne zu sehen, nachdem ich sie alle heute bereits in die Hallen lassen durfte. Auf ein fröhliches MacBook zählen und Steckdosen belagern.

 

PS: Dieser Beitrag ist ein wenig anders, als meine bisherigen Beiträge. Das ist zum einen der Sache geschuldet und zum anderen möchte ich hier einfach meine Erfahrung auf der re:publica niederschreiben.

Schreiben auf Reisen

Der letzte Blogeintrag ist schon eine ganze Weile her und ich hab auch ein schlechtes Gewissen deswegen. Es gab eine neue Akrützel-Ausgabe und ich war viel in Deutschland unterwegs. Und wie immer hat mich die Deutsche Bahn an mein Ziel gebracht, mehr oder weniger pünktlich. Ich mag lange Zugfahrten eigentlich sehr gerne, weil ich meistens einiges schaffe. Oder es zumindest versuche.
Besonders schreiben kann ich im Zug sehr gut. Mein Laptop ist für vernünftiges Arbeiten zwar zu groß, aber zum schreiben reicht zum Glück ja auch Papier und Stift. Größere Projekte auf Reisen zu verwirklichen, erfordert etwas mehr Vorbereitung und vor allen Dingen Equipment.

Da Journalisten für Recherche meist noch deutlich mehr unterwegs sind und dabei auch noch Deadlines einzuhalten haben, ist die richtige Ausrüstung noch wichtiger. Ein kleinerer Laptop wäre für mich ein Anfang. Im Zug geht dann meist der Krieg um die Steckdosen los, der teilweise bizarre Züge annimmt, wenn zwei Anzugträger über die Relevanz ihrer Arbeit diskutieren und versuchen sich in Wichtigkeit zu übertreffen. Wer vollkommen unabhängig vom Strom sein will, dem empfehle ich den iTyper von Richard Gutjahr, der nicht nur das Akkuproblem gelöst, sondern auch die Lösung für renitente Flugbegleiterinnen gefunden hat.
Wenn man sich dann mit dem Mitreisenden auf eine faire Verteilung der Ressource Strom geeinigt hat, dann stellt sich das nächste Problem in den Weg. Wie soll man heute noch ohne Internet richtig arbeiten? Als Lösung empfiehlt sich hier entweder ein UMTS-Stick und ein Gebet an die Empfangsgötter. Alternativ empfiehlt sich die Tethering-Funktion, die bei den meisten Smartphones Standard ist.

Strom und Internet hat man dann schon mal. Meist reist man aber nicht alleine. Ich scheine dazu immer das Glück zu haben, in dem Wagen zu sitzen, der entweder von einer Reisegruppe schwerhöriger Rentner oder einer Familie mit gefühlten tausend Kindern besetzt ist. Abhilfe schaffen hier geräuschdämpfende Kopfhörer mit der Lieblingsmusik. Da ich nun schon einiges an Kopfhörern durch hab und nach sechs Stunden Zugfahrt bisher jeder On-Ear Kopfhörer irgendwann weh tat, benutze ich seitdem In-Ear Kopfhörer. Ab 50 Euro gibt es ziemlich gute Systeme, die auch die Gespräche über die letzte Kaffeefahrt blocken. Wer mehr investieren möchte, der kann auch deutlich mehr ausgeben und sich für 300 Euro Bose-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung kaufen. Da kommt definitiv kein störendes Geräusch durch.

So gerüstet kann man dann entspannt und (meist) produktiv arbeiten. Und der Vorteil des Empfangflickenteppichs in Deutschland ist, dass vernünftiges Prokrastinieren auch irgendwie keinen Spaß macht.
Interessierten und Menschen, die noch deutlich mehr auf Reisen machen, als schreiben, dem kann ich die beiden Blog-Einträge von Richard Gutjahr empfehlen, der seine gesamte Blogger-Tasche auspackt. (Eintrag 1, Eintrag 2)

Ich kenn da wen!

Vitamin B, Networking, Kontakte sind nur drei Namen für denselben Schuh. Genau das fällt mir persönlich aber sehr schwer. Ich halte mich für einen aufgeschlossenen, offenen, interessierten Menschen und habe selten ein Problem damit auf Menschen zu zugehen. Das Ganze dann als „beruflichen Kontakt“ abzuspeichern und zu pflegen finde ich dann aber sehr schwer. Mir ist durchaus bewusst, dass sowas immer mit einer Gegenseitigkeit verbunden ist und auch beide Seiten von dem Kontakt profitieren können. Ich weiß irgendwie nicht so genau, warum ausgerechnet ich ein guter Kontakt sein sollte, was ich „fordern“, aber auch bieten könnte. Deswegen versuche ich mich im Moment mit ein wenig Profil-Buffing, was von uns Bachelorstudenten ja sowieso, während des Studiums schon erwartet wird. Im ZEIT Campus Ratgeber zum Berufseinstieg ist das jedenfalls immer wieder Thema.

Im Internet boomen gleichzeitig die professionellen Netzwerke wie LinkedIn, XING, oder besonders im Medienbereich, kressköpfe. Immer wieder wird damit geworben Kontakte zu vermitteln und das eigene Profil für eine steile Karriere fit zu machen. Die Hoffnung von einem Headhunter entdeckt zu werden treibt viele in diese Netzwerke. Und auch meine neue Lieblingsseite zum Thema Geldverdienen Lousypennies befiehlt mir geradezu: „Vernetzt euch mit allem und jedem“! Funktioniert das wirklich? Oder geht man in dem Meer von Profilen unter, ist doch wieder nur einer unter Vielen? Klar, solche Netzwerke verlangen immer auch Aktivität, aber bleibt bei so viel Netzwerken überhaupt noch Zeit zum Arbeiten?

Natürlich ist die Karriere nicht immer nur Ziel von den Netzwerken. Ich bin auf ein super interessantes Projekt gestoßen. JungeJournalisten.de versteht sich als Community, in der man sich untereinander unterstützt und Erfahrungen austauscht. Ich glaube, dass das Konzept der gegenseitigen Hilfe eine wunderbare Chance für die Teilnehmer bietet und man kann dort viel lernen kann. Meine Bewerbung schreibe ich auf jeden Fall gerade.

Aber professionelle Kontakte sind nur Teil meines Problems Networking. Als Journalist sollte ich auch immer auf einen großen Pool von Informanten zurückgreifen können. Solche sammelt man natürlich mit der Zeit und auch dem eigenen Ruf innerhalb der Branche. Trotzdem ist mir die Vorstellung eines zum Bersten gefüllten Telefonbuchs mit unzähligen abrufbaren Informanten irgendwie fremd.

Ich beziehe einen Großteil meiner Informationen aus dem Internet, über unzählige Kanäle. Ich bin durchaus der Meinung, dabei ein breites Spektrum an relevanten Informationen zu bekommen. Recherche beginnt bei mir im Netz und endet meist mit einem Interview oder einem Besuch. Danach speichere ich den Kontakt dann unter „erledigt“ in meinem Kopf ab und stelle ihn aufs Abstellgleis. Vielleicht sollte ich anfangen, so etwas wie eine Kontaktdatei anzulegen, in der ich so etwas sichere, um auch später noch guten Zugriff darauf zu haben.

So betrachtet, scheint Networking eine super Sache zu sein, von der alle Beteiligten nur profitieren können. Trotzdem hat für mich das ganze immer einen bitteren Beigeschmack. Wörter wie Vetternwirtschaft und Seilschaften fallen mir bei dem Thema sofort ein. Der Dumme ist dabei derjenige, der außen vor bleibt. Sicherlich ist das online weniger ein Problem, aber in der Wirtschaft und der Politik ist das meiner Meinung nach nicht nur gefährlich, sondern auch hochgradig kontraproduktiv, weil viele gute Ideen einfach nicht angehört werden. Da das ganze natürlich immer irgendwie im Schatten stattfindet, ist eine Kontrolle der Auswirkungen leider nicht möglich, aber im Bezug auf Lobbyismus ist lobbyplag ganz oben dabei. Vielleicht dramatisiere ich das Problem ein wenig und falls ich irgendwann mal auf einen eigenen Schatz an Kontakten zurückgreifen kann, finde ich das überhaupt nicht mehr schlimm, weil es da draußen in der bösen, kalten Welt nunmal so läuft. Aber das hoffe ich nicht und glaube, dass man Kontakte gut nutzen kann, ohne sie auszunutzen.

Was für mich bleibt, ist die Erkenntnis, dass ich schlecht im Netzwerken bin. Trotzdem erkenne ich die Wichtigkeit eines guten Kontaktes an und gelobe Besserung! Es heißt ja nicht umsonst, dass Einsicht der erste Schritt ist!

Too much information!

Nur noch eben schnell die Twitter-Timeline aktualisiert. Oh, Spiegel hat ne Push aufs Smartphone gesendet. Ach dann kann ich ja auch noch mal eben schnell Facebook checken und ins E-Mail-Fach schauen.

Was sich als klassische Prokrastination anhört, rechtfertige ich vor mir selber häufig mit „Recherche“ und der Notwendigkeit, dass ich doch immer „up to date“ sein müsse. Wenn ich dann Abends ins Bett gehe und den Tag so Revue geschehen lasse, dann stellt sich mir oft die Frage, ob ich die Informationen, die ich tagsüber so aufgenommen habe auch gebraucht habe und ob sie mich weitergebracht haben. Verarbeite ich überhaupt alles? Oder vergesse ich die Hälfte am nächsten Tag sofort wieder und vom Rest kann ich nur noch oberflächliche Infos abrufen.

Ich lese zur Zeit etwa 15 Blogs, folge auf Twitter 91 Accounts und meine Facebook-Timeline will auch gelesen werden. Dazu kommen diverse News-Seiten, die ich regelmäßig aktualisiere. Selbst auf den ganzen Tag verteilt, sind das eine ganz schöne Menge an Informationen, die da auf mich niederprasseln. Nun besteht mein Leben (noch) nicht aus der täglichen Arbeit und ich bin auch (noch) nicht darauf angewiesen jeden Tag eine bestimmte Menge an Texten zu produzieren. Deswegen kann ich schlecht einschätzen, wie das später im Berufsleben des Journalisten wird und ob mein täglicher Konsum „normal“ ist oder sich dann doch als Prokrastination entpuppt.

Viele Journalisten, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen, bestätigen aber meinen Verdacht, dass das Problem sich nicht ergibt. Gerade als Freiberufler oder im home-office muss man sehr genau abwägen, welche Informationen man nun braucht um seine Arbeit gut zu machen. Und die Social-Media Seiten sind da ein großes zweites Kapitel.
Auf LousyPennies ist dazu quasi ein Leitfaden entstanden. Eine Serie zur Steigerung der eigenen Effizienz, von deren Tipps ich jetzt schon einiges in meinen Tagesablauf eingebaut habe. Andrea Ege empfiehlt in dem Artikel die Entwicklung von Routinen und besonders der Arbeit mit To-Do Listen. Das fällt mir immer noch sehr schwer, da gerade die ja immer wieder aktualisiert werden wollen. Abarbeiten geht dann recht gut, auch wenn ich mich immer mal „eben kurz“ ablenken lasse. Ich hoffe aber, dass mit der Zeit die Disziplin kommt.

Auf die Selbsterziehung setze ich da mit einer App, die ich (wie kann es auch anders sein) auf Twitter empfohlen bekommen habe. Mit StayFocusd (Hier die Chrome Erweiterung) kann man sich Seiten für eine bestimmte Zeit sperren lassen. Gerade habe ich zum Beispiel Twitter, Facebook und Google+ für eine halbe Stunde gesperrt, um diesen Post hier konzentriert fertig schreiben zu können. Funktioniert super, auch wenn das Smartphone doch immer wieder lockt. Bleiben also nur die Nachrichtenseiten und die Blogs, aber da ist die Angst „etwas zu verpassen“ dann doch nicht so groß und ich kann mich beherrschen. Solche kleinen Helfer kann ich also jedem nur nahe legen, der wie ich ein klitzekleines Problem mit der Aufmerksamkeit hat. Funktionieren übrigens auch super in der Bibliothek beim Hausarbeit schreiben!

Die Frage, wie viele Informationen ich jetzt brauche, kann ich trotz toller Ideen und der Strukturierung meiner Arbeit für mich selber immer noch nicht beantworten. Ich glaube da steckt einfach sehr sehr viel Erfahrung hinter und sicher auch der ein oder andere Rückschlag, wenn man was verpasst hat oder eine Deadline überschreitet, weil man zu abgelenkt war. Ich probiere mich weiter aus und lese mal viel, mal wenig und wenns mir zu viel wird, bleibt mir immer noch den Laptop zuzuklappen und zu Notizbuch und Stift zu greifen.